Archiv für Februar 2012

Gedenkfeier für Opfer des neofaschistischen Terrors

In zahlreichen deutschen Städten wird an diesem Donnerstag der Opfer einer beispiellosen Mordserie von Neonazis gedacht.
An diesem Donnerstag, dem 23.2., findet im Konzerthaus am Gendarmenmarkt in Berlin die zentrale Gedenkfeier für die Opfer der Mordserie des nationalsozialistischen Untergrundes statt. Auch in anderen Städten finden Gedenkfeiern statt und der DGB und der BDA haben zu einer bundesweiten Schweigeminute aufgerufen.

An der Veranstaltung, welche vom ehemaligen Bundespräsidenten Wulff initiiert wurde, werden Mitglieder aller Verfassungsorgane, Angehörige der Opfer und Mitglieder des Menschenrechtsausschusses des türkischen Parlamentes teilnehmen. Neben den Mordopfern der neofaschistischen Terrorzelle sollen auch allen anderen Opfern rassistisch motivierter Gewalt in Deutschland gedacht werden und ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Gewalt gesetzt werden. Die Hauptrede wird von Kanzlerin Angela Merkel gehalten und auch Angehörige der Mordopfer werden zu Wort kommen.

In Thüringen wurde von der Landesregierung für Donnerstag Trauerbeflaggung angeordnet. Die Täter der rassistischen Morde an den neun Kleinunternehmern mit Migrationshintergrund stammten aus Thüringen und waren Teil des neofaschistischen „Thüringer Heimatschutzes“.

An vielen Schulen Deutschlandweit wird es eine Schweigeminute geben, ebenso bei Landesbehörden und städtischen Ämtern. In einigen Betrieben wird die Arbeit für eine Minute niedergelegt um den Opfern gedenken zu können und unter anderem in Berlin und Hamburg soll der öffentliche Nahverkehr für eine Minute still stehen.

von Nils Willscheid

Fortsetzung folgt – 65 Jahre VVN-BdA

Die VVN wird 65 Jahre ein und lädt ein zu einer politisch-künstlerischen Matinee.

65 Jahre nach der Gründung der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes durch Überlebende des faschistischen Terrors ist unsere Organisation, die VVN-BdA, ein lebendiger, generationsübergreifender antifaschistischer Verband. Unser Wirken bleibt dem Schwur von Buchenwald verpflichtet: „Wir stellen den Kampf erst ein, wenn auch der letzte Schuldige vor den Richtern der Völker steht! Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“ Als Bündnisorganisation, deren Mitglieder selbst unterschiedliche politische und weltanschauliche Zugänge zum Antifaschismus einbringen, sehen wir die Schaffung und den Erhalt breiter antifaschistischer Bündnisse als unsere wichtigste Aufgabe an. Auch wenn bald keine Angehörigen der Gründergeneration mehr in unseren Reihen stehen werden, bleibt die Weitergabe ihrer Erfahrungen, das Wachhalten der Erinnerung daran, dass antifaschistischer Widerstand möglich und notwendig war, unser spezifischer Beitrag zur politischen Kultur dieses Landes. Wir werden die moralische und menschliche Autorität unser Gründerinnen und Gründer nicht ersetzen können. Doch wir können und wollen dazu beitragen, dass nachfolgenden Generationen die Wiederholung ihrer leidvollen Erfahrungen erspart bleibt.

18. März 2012 Frankfurt/Main, Haus Gallus, 10.30 Uhr – 12.30 Uhr

Programm

„Fortsetzung folgt – 65 Jahre VVN-BdA“

1. Eröffnung und Moderation Prof. Heinrich Fink

2. Begrüßung durch die Ehrenvorsitzenden der VVN-BdA Esther Bejarano und Prof. Hans Lauter

3. Was wollte und was tat die Gründungsgeneration der VVN? Dr. Ulrich Schneider

4. „Zweite Generation“ oder „Soziale Vererbung“? Gesprächsrunde mit Doris Fisch, Lena Carlebach, Florian Gutsche

5. Antifaschismus als Zukunftsprojekt Cornelia Kerth

Kulturbeitrag der Musikgruppe „Politokk“




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